Der häufigste Fehler beim Filterauslauf im Koiteich
Viele Teichbesitzer vermuten bei einem überlaufenden Filter sofort einen Defekt an der Pumpe oder eine zu kleine Filteranlage. In der Praxis liegt die Ursache jedoch häufig an einer Stelle, die kaum beachtet wird: dem Filterauslauf.
Gerade im Frühjahr und Sommer wachsen Pflanzen, Wurzeln und Algen besonders stark. Wird der Auslauf nicht regelmäßig kontrolliert, kann der Wasserabfluss immer weiter eingeschränkt werden. Die Folge: Der Filter läuft über, die Durchflussmenge sinkt und die gesamte Anlage arbeitet schlechter.
Der Auslauf wird oft vergessen
Während Vorfilter, Bürstenkammern oder Vliesfilter regelmäßig gereinigt werden, bleibt der Auslauf oft jahrelang unbeachtet. Dabei entscheidet genau dieser Bereich darüber, ob das Wasser ungehindert zurück in den Teich fließen kann.
Pflanzenwurzeln wachsen in den Strömungsbereich hinein, Fadenalgen setzen sich fest und Ablagerungen bilden mit der Zeit regelrechte Engstellen. Von außen sieht alles normal aus, doch der tatsächliche Rohrquerschnitt wird immer kleiner.
Pflanzen und Wurzeln können den Wasserfluss stark bremsen
Besonders bei naturnah gestalteten Teichen werden Ausläufe gerne zwischen Schilf, Iris oder anderen Wasserpflanzen versteckt. Das sieht schön aus, kann aber technische Probleme verursachen.
Wurzeln suchen sich ihren Weg zum Wasser und wachsen häufig direkt in den Bereich des Auslaufs. Dadurch wird die Strömung gebremst und Schmutz bleibt leichter hängen. Mit der Zeit entsteht ein Rückstau, der sich bis zum Filter bemerkbar machen kann.
Verengte Rohrdurchmesser sind ein häufiger Fehler
Ein weiterer Fehler ist die nachträgliche Reduzierung von Rohrdurchmessern.
In einem aktuellen Praxisfall wurde ein Rohr von 110 mm auf 50 mm reduziert. Viele Teichbesitzer unterschätzen die Auswirkungen einer solchen Verengung. Der Wasserfluss wird erheblich eingeschränkt und die gesamte Anlage verliert Leistung.
Die Folge können sein:
- Überlaufende Filter
- Schlechtere Umwälzung
- Höherer Energieverbrauch
- Unnötige Belastung der Pumpe
Bevor eine neue Pumpe gekauft wird, sollte deshalb immer die gesamte Verrohrung überprüft werden.
Nicht immer ist die Pumpe schuld
Oft wird sofort über eine stärkere Pumpe nachgedacht. Dabei kann eine neue Pumpe das eigentliche Problem sogar verschärfen, wenn der Wasserabfluss bereits eingeschränkt ist.
Deshalb empfehle ich bei Problemen immer zuerst:
- Auslauf kontrollieren
- Rohrleitungen prüfen
- Pflanzen und Wurzeln entfernen
- Auf Verengungen achten
- Durchfluss beobachten
Erst wenn diese Punkte ausgeschlossen sind, sollte über neue Technik nachgedacht werden.
Mein Fazit aus der Praxis
Ein überlaufender Filter ist nicht automatisch ein Zeichen für eine defekte Pumpe oder einen zu kleinen Filter. Sehr häufig liegt die Ursache am Ende der Anlage – dort, wo das Wasser wieder in den Teich zurückfließen soll.
Wer den Filterauslauf regelmäßig kontrolliert und frei hält, kann viele Probleme vermeiden und spart oft unnötige Kosten.
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